{"id":699,"date":"2020-09-23T21:52:05","date_gmt":"2020-09-23T19:52:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/?p=699"},"modified":"2021-07-07T09:58:12","modified_gmt":"2021-07-07T07:58:12","slug":"699","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/?p=699","title":{"rendered":"Die Feuerschlange"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img alt=\"\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-center\">Die Geburt des Vogel-menschen<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Die Feuerschlange<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Hod si die Feia\u2019schlaungan vaneigt vua mir<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">von Wanda Buschmann<\/p>\n\n\n\n<p>Sie erschien gleich am Beginn des Rituals. Sofort nach Entz\u00fcnden der Flamme, innerhalb eines kurzen Augenblicks, stand sie &#8211; entstand sie &#8211; mitten im Kreis der tanzenden Frauen und M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war schon einmal bei diesem Ritual dabei gewesen, in Spanien, da ist sie auch erschienen, die Feuerschlange. Damals lie\u00df sie sich etwas bitten, was hei\u00dft, es brannte lange Zeit nur ein ganz normales Feuer am Boden, wie man es von einem Lagerfeuer kennt, aber dann formten sich die Flammen pl\u00f6tzlich zu einer einzigen sich drehenden S\u00e4ule und &#8211; da war sie. Sie erschien sehr schlank, kaum mannshoch, dezent, freundlich und tanzte im Kreis der Tanzenden. Die Feuerschlange, wundersch\u00f6n, eindrucksvoll, magisch. Andere Teilnehmende erz\u00e4hlten damals, dass sie sich immer anders zeigt, die Feuerschlange, mal kleiner, mal gr\u00f6\u00dfer, mal dicker mal d\u00fcnner, mal l\u00e4nger mal k\u00fcrzer und manchmal, trotz intensiver Anstrengung der Beteiligten, auch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sie sich sicher rein wissenschaftlich erkl\u00e4ren, die Feuerschlange, als \u201ethermische M\u00f6glichkeit\u201c, ganz ohne Hokuspokus, was ihr allerdings keineswegs den \u201eEindruck des Wunderbaren\u201c nimmt. Speziell dieses Mal. \u201eDank des gro\u00dfen Schwungs und der passenden Energie der Beteiligten\u201c, so w\u00fcrden die Einen das gute Gelingen erkl\u00e4ren, \u201eDank der Anwesenheit des Unbekannten und des Unerkennbaren\u201c, die anderen. Ein Physiker oder eine Technikerin w\u00fcrde sagen: \u201eAufgrund der Beschaffenheit dieses alten salzburgischen Gew\u00f6lbebaus, der die passenden thermischen Gegebenheiten bietet\u201c, \u201ezus\u00e4tzlich eine spezielle Akustik, die den Gesang und die Tanzschritte der Beteiligten in eindrucksvoller Weise verst\u00e4rkte\u201c k\u00f6nnte ein Musik-Mensch erg\u00e4nzen, und eine Psychologin oder ein Psychiater: \u201e &#8230; was nat\u00fcrlich allesamt einen realen Eindruck auf die Psyche macht.\u201c Ja genau, macht es. Egal wie man sich das Ph\u00e4nomen erkl\u00e4rt oder auch nicht, sie beeindruckt, die Feuerschlange, m\u00e4chtig, und ja, speziell diese. Diese war ein Riese.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wei\u00df gekleideten Beteiligten tanzten in dem dunklen Gew\u00f6lbe im engen Kreis, alle die Arme um die H\u00fcften der N\u00e4chsten gelegt, der Mitte zugewandt, in einem einfachen Kreuzschritt im Kreis und sangen in rhythmischem Sprechgesang, laut und immer lauter und mit noch mehr Energie, einen einfachen Satz in aztekischer Sprache. Der Leiter des Rituals spritzte dann eine brennbare Fl\u00fcssigkeit auf den Boden und entz\u00fcndete sie. Nur ganz kurz brannten die Flammen wie ein normales Feuer. Begleitet von einem lauten, dumpfen Ton stand die Feuerschlange, in erschreckender Unmittelbarkeit, in einer immensen Feuers\u00e4ule die sich baum-dick in einer Drehbewegung vom Boden aufw\u00e4rts bis ganz hinauf in die Gew\u00f6lbeb\u00f6gen schraubte, im Raum. Alle waren durch diesen Erfolg bass erstaunt, aber dann enthusiasmiert und die Feuerschlange blieb und tanzte wild in unserem Kreis.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der Tanzkreis eine Runde gedreht hatte, war mir, als ob die Feuerschlange in eine bestimmte Richtung schaut, oder anders gesagt, ich hatte den Eindruck, mich mal vor und mal hinter der Schlange zu befinden. Als ich in der ersten Runde \u201evor\u201c ihr gestanden war, hatte ich meinen Kopf gehoben, an ihr entlang hinauf geblickt und mit h\u00e4ngender Kinnlade ihre immense H\u00f6he realisiert. Zus\u00e4tzlich formte sie ununterbrochen die verschiedensten K\u00f6pfe &#8211; vollkommen entr\u00fcckt erschaute ich das Geschehen, aber dann wurde ich weitergezogen vom Kreis der Tanzenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles wurde mir allerdings erst w\u00e4hrend der zweiten Runde ganz bewusst, als ich mich wieder in dem Bereich befand, in dem ich mich der \u201eFrontseite\u201c der Feuerschlange n\u00e4herte und das nur, weil mir auffiel, dass ich mich schon darauf freute, wieder genau \u201evor\u201c ihr zu stehen. Als es endlich soweit war, schaute ich also, in Erwartung des Wunderbaren, an ihr entlang hoch und im selben Augenblick musste ich meinen Kopf wieder senken &#8211; denn sie erlosch. Weg war sie. Genauso augenblicklich wie sie erschienen war, war sie verschwunden. Zur\u00fcck blieben nur noch ein paar winzig kleine blaue Fl\u00e4mmchen am Boden, obwohl gen\u00fcgend brennbare Fl\u00fcssigkeit vorhanden war, die im Licht dieser Fl\u00e4mmchen sichtbar hervorgl\u00e4nzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich dachte mir automatisch: \u201eWas habe ich angerichtet! Ich habe die Feuerschlange vertrieben. Meine Energie war schlecht. Wegen mir ist sie jetzt weg. Ich bin schuld!\u201c Ich war kurz entsetzt und blickte mit h\u00e4ngendem Kopf in das Desaster am Boden. Aber pl\u00f6tzlich schaltete sich eine andere Stimme dazu, die sagte: \u201cNau sicha\u2018 Transcher\u2018l, DU host de Feiaschlaungan vatrieben, jo genau, du bist jo so m\u00e4chtig, &#8230;. und die Anzige do im Raum, NUR wen\u2019g DIR is\u2018 weg, Frau Wichtig!\u201c Der zweite Denkansatz erschien mir wesentlich realistischer. Ich verwarf den Ersten und tanzte unbeschwert weiter. W\u00e4hrenddessen ging ob des Verschwindens der Feuerschlange, sp\u00fcrbar, ein kleiner Moment des Entsetzens auch durch die Gruppe, es f\u00fchlte sich an, als ob die Zeit kurz stillstand &#8211; aber dann &#8211; ein lauter Ruf des Leiters, der die Teilnehmenden wieder fokussierte und zu noch intensiverem Tanz und Gesang animierte und mit dem schon am Anfang vernommenen, dumpfen: \u201ePoff\u201c stand sie wieder, \u201eaufgezaubert\u201c , in ihrer ganzen m\u00e4chtigen Pracht da, die Feuerschlange. Drachengleich. Sich wild schl\u00e4ngelnd, zischend und den Beteiligten gef\u00e4hrlich nahekommend in ihrem Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen sie, man mag von solcherart Ritualen halten was man will. Skeptiker*Innen, die das alles f\u00fcr Theater halten, kann ich durchaus Recht geben, aber ich m\u00f6chte sie gerne auf den Abenteuercharakter aufmerksam machen, den dieses \u201eTheater\u201c in sich birgt. So ein Abenteuer kann &#8211; zumindest ich mir &#8211; einfach nicht entgehen lassen &#8211; ein altes aztekisches Feuerritual &#8211; selten ausgef\u00fchrt in Europa &#8211; und ich muss daf\u00fcr nicht einmal weit reisen &#8211; nur nach Salzburg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJo und wos host von so an Ob\u2019nteia\u2018\u201c, mag der Skeptiker oder die Skeptikerin fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, ich komme begl\u00fcckt wieder nach Hause, mit einer traumgleichen, intensiven Erinnerung an einen erhabenen Moment. Er beinhaltet die Erkenntnis: \u201eDie Feuerschlange ist nicht verschwunden wegen mir, sie hat sich nur verneigt vor mir &#8211; und ich mich vor ihr. Und nicht nur ich. Alle haben sich verneigt vor ihr, gewollt oder ungewollt, einfach durch die Tatsache, dass sie pl\u00f6tzlich verschwunden war, und jeder seinen Kopf automatisch nach unten senkte. Aber dann ist sie in der gleichen Intensit\u00e4t wieder erschienen und alle haben automatisch den Kopf wieder gehoben, wie bei einer Verneigung. Ich kann also sagen: Die Feuerschlange hat mich das Gr\u00fc\u00dfen gelehrt. Ich sage bewusst \u201emich\u201c, denn ich bin sicher, dass s\u00e4mtliche Teilnehmenden ihr eigenes Abenteuer mit der Feuerschlange hatten, und andere Lehren daraus zogen. Oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWos hasst \u201eGr\u00fc\u00dfen gelehrt\u201c, du host mi jo eh griasst, oda w\u00fc\u2018sst di jetzt in Zukunft va\u2018being vua mir und olle aundan\u201c m\u00f6gen die beiden Skeptiker berechtigt weiterfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, die Verbeugung spielt auf der ganzen Welt eine Rolle in der K\u00f6rpersprache. Sie ist nicht nur eine Geste der Unterw\u00fcrfigkeit, sie bekundet auch Respekt und Anerkennung f\u00fcr das Gegen\u00fcber ohne die eigene Unterwerfung. Wenn sich also die Feuerschlange vor mir verneigt, und das hat sie, sie hat angefangen, na, dann kann ich mich wohl auch vor ihr und jedem anderen verneigen, um meinen Respekt und meine Anerkennung zu vermitteln. Warum nicht, ist doch etwas Sch\u00f6nes. Einfach, noch dazu. Es ist nat\u00fcrlich angebracht, hierorts nicht zu \u00fcbertreiben, denn die Verbeugung ist aus den \u00f6rtlichen Begr\u00fc\u00dfungs- und Verabschiedungsritualen weitgehend verschwunden und eine gro\u00dfe Geste dieser Art mag Befremden ausl\u00f6sen, aber man kann diese Geste auch sehr unmerklich ausf\u00fchren und dennoch wird sie vom limbischen System des Gegen\u00fcbers, dem \u201eReptiliengehirn\u201c, sofort wahrgenommen. Wahrscheinlich wohlwollend wahrgenommen, denn sie bedeutet: \u201eIch werde von meinem Gegen\u00fcber anerkannt und respektiert.\u201c Ist doch etwas Sch\u00f6nes, oder? Ein kleines Kopfnicken &#8211; f\u00fcr die gute Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJo owa des kaunst wo aundas a leanan, do brauchst ka Feiaschlaungan dazua. I leb\u2018 und learn\u2018 a ohne des Tamtam.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ist doch gut. Wenn du es tust. Aber tust du es denn? Hast du, dir selbst und der Welt nutzbringende, Lebens- und Lernerfolge? Wenn ja, verneige ich mich vor dir, denn ich habe tiefe Ehrfurcht vor Menschen, die zum Wohl f\u00fcr sich selbst und andere, an sich arbeiten, egal wie. Aber dann verstehe ich nicht, warum du so skeptisch bist. Da werde ich skeptisch. Wenn du sie n\u00e4mlich h\u00e4ttest, diese Lebens- und Lernerfolge, erhellende Erkenntnisse also, w\u00fcsstest du ganz genau, dass die sich zwar einstellen, aber sehr individuell anbahnen und nie so kommen, wie man selbst sich das ausdenkt, oder ein anderer sich f\u00fcr einen ausdenkt. Du w\u00fcsstest, dass die Wahrheit an den seltsamsten Orten erscheint und du k\u00f6nntest einfach gleichm\u00fctig sein, das hei\u00dft, du k\u00f6nntest sie ablehnen, m\u00fcsstest dich aber nicht so aufregen wie du es tust, \u00fcber die Methoden zur Wahrheitssuche eines anderen. Mir scheint, du bist nicht mehr auf der Suche nach Wahrheit, du bist sicher, du hast sie schon gefunden. Stimmt\u2018s? Aber meinst nicht, dass das ein bisserl eine Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung ist, Frau und Herr Weltformel? Ok, dann nicht, aber allen anderen kann ich noch einen praktischen Nutzen nennen:<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Feuerritual ging die Gruppe, es war bereits ganz dunkel geworden, nach drau\u00dfen, zu einem Ort im Freien, um dort f\u00fcr die Nacht Kerzen, handels\u00fcbliche Friedhofskerzen, anzuz\u00fcnden. Mit Anlaufproblemen: niemand hatte ein Feuerzeug oder Z\u00fcndh\u00f6lzer mitgenommen und es dauerte, bis jemand eine brennende Kerze organisiert hatte, um die Flamme weiter zu geben. Noch dazu waren die Friedhofskerzen in der Nacht zuvor schon zur H\u00e4lfte heruntergebrannt, weshalb wir d\u00fcrre \u00c4stchen suchen mussten, um den weiter unten liegenden Docht mit der Z\u00fcndflamme zu erreichen. Es funktionierte letztendlich, aber die letzte Kerze machte einem anderen Teilnehmer und mir zu Schaffen. Sie war die Nacht zuvor schief abgebrannt und der Docht wollte sich einfach nicht entz\u00fcnden. Wir versuchten es immer wieder, weil wir unbedingt wollten, dass sie brannte. Nach etlichen erfolglosen Versuchen mit Hilfe eines trockenen \u00c4stchens, kam mir, und auch dem Kollegen, wie er mir danach sagte, pl\u00f6tzlich die Feuerschlange in den Sinn. Sie stand als Bild vor meinen Augen, sie flammte in meiner Wahrnehmung auf und sofort flammte auch das \u00c4stchen in meiner Hand auf, aber wie! Genau an der Stelle im oftmals wiederholten Prozess des Feuer-Holens-Und-Anz\u00fcndens, an der die Flamme am \u00c4stchen stets erloschen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kerze lie\u00df sich letztendlich nicht anz\u00fcnden. Der Docht war die Nacht zuvor so abgebrannt, dass da nichts mehr zu machen war, aber das \u00c4stchen hatte aufgeflammt, in dem Moment als ich oder wir an die Feuerschlange dachten und da, meine Damen und Herren, ist die Verbindung in die vielgesch\u00e4tzte Realit\u00e4t. Sie nennen es wom\u00f6glich Aberglaube, Zufall, Schwachsinn oder Wunder an die sie nicht glauben k\u00f6nnen, Zauberei, Esoterik &#8230; ich stimme ihnen allen zu und nenne es: Quantenphysik. Immer deutlicher kommt diese Wissenschaft zu der Erkenntnis, dass wir nicht in einer <em>Welt der Gegebenheiten<\/em>, sondern in einer <em>Welt der M\u00f6glichkeiten<\/em> leben, und dass genau jene M\u00f6glichkeiten vor uns erscheinen &#8211; sich materialisieren &#8211; denen wir, individuell und kollektiv, Sinn und Bedeutung verleihen. Das hei\u00dft, wir kreieren unsere Welt, indem wir aus einem <em>Meer der M\u00f6glichkeiten<\/em> einzelne ausw\u00e4hlen, die uns wichtig sind. Wir tun das ununterbrochen und zwar, indem wir meist unbewusst einen inneren Monolog aufrechterhalten, bisweilen ist es auch ein Dialog, der in uns in einer gewissen Monotonit\u00e4t abl\u00e4uft und unser Weltbild aufrechterh\u00e4lt. Manche Monologstelle wurde uns von unseren Eltern, anderen Bezugspersonen und der Gesellschaft vorgesagt, Werte, Regeln, Grundhaltungen, Einstellungen, Meinungen, die wir unbewusst in uns nachsprechen. Andere Monologstellen haben wir selbst kreiert. Sie m\u00fcssen mir nicht glauben, werte Skeptiker*Innen, \u00fcberpr\u00fcfen sie ihn selbst, ihren Gedankenfluss. Er besteht aus allen m\u00f6glichen Bildern, Erinnerungen, S\u00e4tzen, oft auch in Kombination mit Gef\u00fchlen aber Gro\u00dfteils beinhaltet der innere Monolog Bewertungen, die dann unsere Realit\u00e4t erzeugen: \u201eIch finde Weihnachten gut\/wichtig\/sch\u00f6n, darum feiere ich es\u201c, oder: \u201eIch hasse die Katholiken\/meine Familie\/zu viele Menschen\/die Religion, drum feiere ich Weihnachten nicht\u201c. Sie sehen: Bewertung \u2013 Realit\u00e4t. Ununterbrochen machen wir das und kreieren so, bis ins kleinste Detail, unsere Welt. Ein bisschen zynischer ausgedr\u00fcckt: Wir reden sie uns ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist so, und das ist schon gut so, denn anders k\u00f6nnten wir als Menschen gar nicht zusammenleben wie wir es tun. Der Haken an der Sache ist: wir reden uns nicht nur Nutzbringendes ein, sondern auch jede Menge Bl\u00f6dsinn und der materialisiert sich dann auch. Das hei\u00dft, f\u00fcr einen Menschen, der angetreten ist, sein <em>Bewusst-Sein<\/em> zu erforschen, und das muss ich, schon aus beruflichen Gr\u00fcnden, ist die \u00dcberpr\u00fcfung des inneren Monologs mehr als angezeigt und das Abstellen der inneren Dialoge, meist imagin\u00e4re Streitgespr\u00e4che mit anderen, Pflicht. Die sind v\u00f6lliger Schwachsinn. (Es gibt dazu eine herrliche Erl\u00e4uterung von Paul Wazlawic: Die Geschichte vom Mann, der sich beim Nachbar einen Hammer borgen will) und ja, ich \u00fcberpr\u00fcfe meinen inneren Monolog und \u00e4ndere so manche Stelle darin ab, indem ich bewusst eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4hle einer Situation zu begegnen, damit eine \u201egute\u201c Realit\u00e4t dabei herauskommen kann. In meinem Fall hei\u00dft \u201egut\u201c: Dem K\u00f6rper, dem Geist, der Seele, dem Humor und meinem direkten Umfeld, die M\u00f6glichkeit zur optimalsten Entwicklung zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch dieses Erlebnis mit der Kerze habe ich aber eine zus\u00e4tzliche Erkenntnis gewonnen: Ich kann die Bilder und S\u00e4tze, die meinen inneren Monolog bilden, nicht nur w\u00e4hlen, ich kann auch bestimmte Bilder einsetzen. Ich werde das jetzt \u00fcberpr\u00fcfen: Kann ich eine Situation in der Realit\u00e4t \u201ebefeuern\u201c &#8211; und damit meine ich nicht ausschlie\u00dflich d\u00fcrre \u00c4stchen &#8211; wenn ich die Feuerschlange in meinen inneren Monolog einbaue? Ich werde versuchen, wann immer eine Situation im Au\u00dfen etwas mehr \u201eFeuer\u201c braucht, an die Feuerschlange zu denken, ihr Bild in mir aufzurufen und mir aus diesem Bild zus\u00e4tzlich \u201eFeuer\u201c f\u00fcr die Realit\u00e4t organisieren. Es m\u00fcsste funktionieren, denn es ist ein Naturgesetz, ein vielleicht noch nicht zur G\u00e4nze erforschtes und erkl\u00e4rtes, aber das hei\u00dft nicht, dass es nicht wirksam w\u00e4re. In mir selbst funktioniert das Bild, das konnte ich bereits ein paar Mal bemerken. Die einzige M\u00f6glichkeit zu versagen besteht darin, auf die Feuerschlange zu vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo a Bledsinn\u201c, werden sich unsere Skeptiker*Innen nicht zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen einzuwerfen, \u201emia kennan a ohne Feiaschlaungan guad le\u2019m und Einfluss nehman.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ja ist doch super, ich hoffe, ihr freut euch dar\u00fcber!<\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht tats\u00e4chlich keine Feuerschlange um gl\u00fccklich und wom\u00f6glich auch nutzbringend f\u00fcr die Welt zu sein, aber mich pers\u00f6nlich macht sie gl\u00fccklicher und nutzbringender. Sobald mir die Erinnerung, das Bild dieses Abenteuers in den Sinn kommt, verstummt mein innerer Monolog f\u00fcr einen Augenblick und pl\u00f6tzlich ist die Realit\u00e4t nicht mehr nur Routine, oder gar ein Albtraum, nein, von einem Moment zum anderen ist sie pl\u00f6tzlich spannend und magisch und wundervoll und ich muss l\u00e4cheln. Die Zukunft tut sich vor mir auf mit all ihren phantastischen M\u00f6glichkeiten und das Leben zeigt sich mir als ein gro\u00dfes, spannendes und lebenswertes Abenteuer. Das ist es, was ich mir aus dem <em>Meer der M\u00f6glichkeiten<\/em> ausw\u00e4hle.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist doch besser, als am Leben zu verzweifeln, was ich angesichts der Umst\u00e4nde in der Welt, genauso berechtigt f\u00e4nde, lieber Skeptiker, liebe Skeptikerin. Du wirst jetzt wahrscheinlich sagen: \u201eAber diese Umst\u00e4nde sind doch die Realit\u00e4t!\u201c Ja, nat\u00fcrlich, deine Realit\u00e4t. \u201eAber dann kann doch keine andere Realit\u00e4t genauso real sein!\u201c Du willst mir also sagen, dass meine Realit\u00e4t nicht real ist wie deine? Oder dass meine Realit\u00e4t nichts gilt? Ja von mir aus, allerdings ist sie mir und meinem Umfeld n\u00fctzlicher. Ich w\u00e4hle trotzdem diese und bedanke mich bei der ehrw\u00fcrdigen Feuerschlange, bei allen Beteiligten, bei der Frau, die dieses alte Gew\u00f6lbe renoviert hat, bei euch Lesenden und verneige mich vor euch. <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz tief. <\/p>\n\n\n\n<p>Und empfehle mich. <\/p>\n\n\n\n<p>Schl\u00e4ngelnd&amp;zssischschend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geburt des Vogel-menschen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":697,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-699","post","type-post","status-publish","format-image","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","post_format-post-format-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=699"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":783,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/699\/revisions\/783"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kreisquadratur.at\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}