Maha Karuna oder WE are NOT part of my Liebesleben

Ein Hörtheaterstück von Theater KreisQuadratur

K: Katrin Grumeth

stumme Figur: Wanda Buschmann | Gesang: Gloria Amesbauer | Stimme aus dem Radio: Julia Cencig |

Konzept/Musik/Regie: Michael Renath | Text/Dramaturgie: Tanja Peball |

Bühne/ Raum: Hanno Fröhlich | Toneinrichtung/Tontechnik: Sabrina Makula | Kostüm: Wanda Buschmann | Maske: Julia Gajdul | Regieassistentin: Anna Flament | Teamassistenz: Cornelia Schobert

Uraufführung am 8. November 2016 im Kosmos Theater , Aufführung am 9. November im Kosmos Theater

Maha Karuna oder „We are NOT part of my Liebesleben“, zeigt ein zwanghaftes, zirkuläres Dasein, dass sich scheinbar unaufhaltsam gegen sich selbst richtet – am Ende fühlt man sich – gleich den AkteurInnen – in einer Schleife gefangen und ist zu der Frage gezwungen: Wo stehe ich eigentlich?“

Wo verlaufen meine Spuren? Wo ist mein finales Zeichen? K folgt ihrer Geschichte entsprechend einer bestimmten soziokulturellen Prägung von Weiblichkeit: ihre Erfahrungen in der Vergangenheit führten bei K zu einer Form von Selbstverlust und Selbstentfremdung. Um dieser Identitätsproblematik, die sich psychisch wie auch physisch auf sie selbst auswirkt, zu entgehen, beginnt K sich gegen sich selbst zu richten: zum Selbstschutz kreiert sie eine Aufspaltung in K1 und K2. Diese Taktik, die lange Zeit funktionierte und ihr „die Wahrheit vom Leibe gehalten hat“, bricht jäh zusammen: K muss sich der Situation stellen. Themen, die von jeher kulturell das Frauenbild prägen, wiederholen sich in K’s Handlungsmuster: Aufopferung, Selbstwertverlust und Selbstvergessenheit zugunsten der Lebensentwürfe Anderer (subjektiv und global).

Das Stück erzählt vom Kreisen des Ich um sich selbst, das kein Außen mehr wahrnimmt, sich nur auf seine eigenen Interpretationen verlässt und keine anderen zulässt – auch hier fest in einer Schleife gefangen. Der Bruch mit der Realität wird unerträglich, K fühlt sich von ihrer eigenen Interpretation immer wieder nur aufs Neue bestätigt – ein unendlicher Regress, ein Zirkel. Sie hört nicht zu, hört nicht hin, will nicht sehen. K wird nicht dazu getrieben, sie lässt sich dazu treiben. Das betrifft sie als Einzelperson, wie auch die Gesellschaft, die sich in einer ausweglosen Situation meint. Der Bruch geht ebenso durch sie selbst, sowie er durch die Gesellschaft geht. Ihr möglicher Tod, wie auch der Tod der Gesellschaft vereint sich in dem Satz von Ingeborg Bachmann: „es war Mord…“.
Durch das gesamte Stück zieht sich eine absurde Grundstimmung, welche die innere Verlorenheit der Hauptfigur (K1+K2) beschreibt. Alle Theatermittel sollen diesen inneren Ort jenseits der realen alltäglichen Umgebung verstärken. Das Zusammenspiel der visuellen und auditiven Elemente wird zu einer poetischen Atmosphäre, die sich stets im Wandel befindet und so als sehr brüchig und ephemer erscheint.

THEATER als HÖRRAUM

Wir vollziehen in unserem Stück eine Reduktion des Sehens zugunsten des Hörens und möchten dadurch ein holistisches Wahrnehmungserlebnis erzeugen, und ein Erleben, dass förmlich „unter-die-Haut-geht“ herstellen. Dabei ist das Ziel eine erhöhte körperliche Intensität innerhalb des Wahrnehmungsprozesses. Durch reduzierte optische Aktionen oder gedimmtes Licht wird der Höreindruck in bestimmten Szenen noch verstärkt und so ein szenisch-akustisches Trennen von Raumebenen und Handlungseinheiten vollzogen und erfahrbar.

Zur Sprachästhetik und zur Einfühlung in die Atmosphäre von „Maha Karuna“: Szenenleseprobe_Maha_Karuna

Zur Klangästhetik des absurd-tragischkomischen Musik- und Performancetheaterstückes hier einige Hörproben: